Mit dem Bau der Bahnlinie Lemgo-Hameln im Jahre 1897 wurde die Bahnstation Farmbeck eröffnet. Es handelte sich um einen kleinen Bahnhof mit Überholgleis und Laderampe. Neben dem Bahnhofsgebäude in preußischer Standardbauart wurde ein Güterschuppen errichtet.
Bis dahin bestand der Ortsteil Farmbeck der Dorfschaft Schwelentrup aus zwei großen Höfen, der Domäne Oelentrup, einer Schmiede und dem Chausseehaus. Mit der Eröffnung der Bahnstation siedelten sich einige Betriebe im Umfeld der Bahnstation an. Zu ihnen gehörte die Holzhandlung von Julius Krome und die Kohlenhandlung von Fritz Holzkamp. Im Jahre 1898 wurde die „kaiserliche Postagentur“ eröffnet, die bis 1962 in Betrieb blieb. Im Jahre 1902 gründeten mehrere Landwirte die genossenschaftliche Molkerei, zu der ein eigenes Anschlussgleis führte. Am 1. April 1967 wurde der Molkereibetrieb aufgegeben.
Bereits in den 1970er Jahren wurde die Bahnstation zurückgebaut. Das Empfangsgebäude und der Güterschuppen wurden abgerissen. Mit der Stilllegung der Strecke im Jahre 1980 wurde auch die Haltestelle aufgegeben.
Im Jahre 2008 nahmen Freiwillige des Vereins „Landeseisenbahn Lippe e.v.“ erste Arbeiten an der Station Farmbeck auf. Die Anschlussweiche und das Nebengleis wurden reaktiviert. Das Gelände mit Ladestraße und Laderampe dient dem Verein seitdem als „Bahnmeisterei Farmbeck“.
Im Rahmen des Programms „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum“ vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW ist die frühere Bahnstation Farmbeck in den Jahren 2021/22 zu einem „Dritten Ort“ entwickelt worden. Dort ist das „Kulturstellwerk Nordlippe“ eröffnet worden, als Treffpunkt und Ort für Kulturprojekte und -veranstaltungen. Sie werden gemeinsam mit Akteuren vor Ort in Nordlippe entwickelt. Auf einem großen Foto, das am „Kulturstellwerk“ montiert ist, ist das 1897 errichtete Bahnhofsgebäude mit dem damaligen Bahnhofsvorsteher zu sehen. So wird an die Geschichte der Bahnstation Farmbeck an der früheren Bahnstrecke 204 (Bielefeld – Lemgo – Barntrup – Hameln) erinnert.