In diesem Jahr 2022 jährt sich der Bau des Spritzenhauses in Hillentrup zum 100’sten Mal.
Damals 1922 rückten Zimmermann Wilhelm Kuhfuß und Maurermeister Fritz Fasse mit ihren Angestellten an, um ein neues Gebäude für die Hillentruper Feuerwehr zu errichten. Die Bauleitung hatte damals Baurat Deichmann aus Brake.

Mit dem Bau dieses Spritzenhauses wurde der Vorgängerbau abgelöst. Dieser wurde um 1821 auf dem Grundstück von Schneidermeister Büngener an der Hauptstrasse in Hillentrup durch Zimmermeister Ridder errichtet.
Zuvor konnte am 13. August 1799 die erste Feuerspritze aus Blomberg von Schlossermeister Strickling für 165 Reichstaler geliefert werden. Diese Spritze wurde vorerst beim Pfarrer in Hillentrup untergestellt, bis das Spritzenhaus fertiggestellt wurde.

Die „alte“ Feuerspritze wurde bis zum Jahr 1922 genutzt. In Folge wurde mit dem Bau des neuen Spritzenhauses auch eine neue Spritze angeschafft. Diese Spritze wurde in Leipzig gebaut und noch bis weit in die 50’er Jahre hinein genutzt.

Nach der Auflösung der Hillentruper Feuerwehr im Jahr 1970 ging die Spritze in den Besitz der Humfelder Feuerwehr über, wo sie bis heute gepflegt und ausgestellt wird. Ein dazugehöriger Zubringer mit Schlauchwagen wurde verschrottet und das Spritzenhaus ging in den Besitz der Gemeinde Dörentrup über. Diese nutzte es bis 2012 als Lagergebäude für die Wasserversorgung von Hillentrup.

Durch den Bau des neuen Bauhofes der Gemeinde Dörentrup wurde die Nutzung des ehemaligen Spritzenhauses als Lagerraum überflüssig und es wurde zum Kauf angeboten.

Im Wohnhaus nebenan lebte früher der Tischler und Zimmermann August Helming. Dieser nutzte den sogenannten Spritzenplatz u.a. für das Schneiden von Bauholz und das Aufschlagen von Dachstühlen.
Sein Sohn Wilhelm Helming und seine Frau Sigrid entschlossen sich deshalb dazu das Grundstück nebst Spritzenhaus mit ihrem Neffen Bernd zusammen zu kaufen. Nach einigen Renovierungs- und Instandsetzungsarbeiten kam die Idee auf, dort ein heimatkundliches Museum einzurichten.
Bernd Helming hatte somit die Möglichkeit, einen großen Teil seiner bis dahin privat untergebrachten und sehr umfangreichen historischen Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auf zwei Etagen incl. ausgebautem Schlauchturm können zahlreiche Themenbereiche angesehen werden.

Vom historischen Schulzimmer und Jagdzimmer über verschiedene Handwerke wie z.B. Schuhmacher, Schneider, Uhrmacher, Tischler bis hin zur Laborapotheke laden zahlreiche Exponate zur Besichtigung ein.

Die Abteilung der Feuerwehrgeschichte fehlt natürlich auch nicht und ist in der zweiten Etage zu finden. Ansonsten birgt das Museum noch viele weitere Bereiche, lassen Sie sich überraschen!

Bernd Helming bietet gerne nach Absprache Führungen für Einzelpersonen und Gruppen an. Melden Sie sich hierfür gerne unter Tel. 05265 / 557 oder per Email unter bernd-helming[at]t-online.de.